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Discordchampionship, Frauenbundesliga und EM-Vorbereitung 4/4

Die letzte Woche vor der Fraueneuropameisterschaft war sehr ereignisreich und das leider nicht nur im posititive Sinne. Betrachten wir zunächst die schachlichen Vorkommnisse.

Discord Championship Nachdem ich mein erstes Match in diesem KO-Turnier in der Vorwoche gewinnen konnte, spielte ich am Donnerstag Abend gegen den Iraner Ali Rastbod. Seine Fide-Elo ist meiner recht ähnlich, aber eine Bulletzahl von über 2700 machte mir klar, dass meine Chance in den langsameren Zeitkontrollen liegt. Das Match startete auch positiv mit zwei Siegen in den 5+5-Partien.

Diagramm 1: Stellung nach 32. Txc6

In meiner Schwarzpartie erreichen wir eine komplizierte Benonistruktur, in der mein Gegner als letzter fehlgriff. Hier folgte: 32...De5 33.Tb1 Ta3 34. Df4 Dxf4 35. gxf4 Taxd3 36. Tc7 Tc3 37. Tbb7 Tcc2 38. Txf7+ Kg6 39. Tg7+ Kh5 und Weiß hat keine Schachs mehr, daher geht es nun dem weißen König an den Kragen und mein Gegner gab auf.

Ein guter Einstand, allerdings wurde bereits bei den nächsten Partien klar, dass mein Gegner immer stärker wird, je weniger Zeit er hat. Im 3+2-Segment war es noch recht ausgeglichen, bei den kürzeren Zeitkontrollen sah ich dann jedoch keinen Stich mehr und verlor das Match vorzeitig mit 18,5:21,5. Da das Turnier im Double-Elimination-Format ausgetragen wird, werde ich noch eine Chance bekommen! Erst die zweite Niederlage beendet das Turnier. Momentan ist noch nicht klar, wer mein nächster Gegner oder meine nächste Gegnerin sein wird. Darauf konzentriere ich mich also nach der EM :-)

Frauenbundesliga


Am 11./12.03. fanden Runde 7 und 8 der Frauenbundesliga statt. Wir hatten Heimrunde und spielten in Baden-Baden. Am Samstag spielten wir gegen die SG Solingen. Diese traten mit einer guten Mischung aus erfahrenen Spielerinnen und Nachwuchsspielerinnen an. In meiner Partie gegen die deutsche Vizemeisterin U18w aus 2021 kam eine seltene Variante der sizilianischen Rossolimovariante aufs Brett. Nach etwas zu kreativem Spiel von Schwarz konnte ich jedoch schnell eine gute Stellung erreichen und die Partie mit einem hübschen Damenfang abschließen.

Diagramm 2: Stellung nach 19...Lf8

Hier spielte ich 20. Sg5! Dg3 21.De2 c4 22. Lc1 und die schwarze Dame ist Geschichte. Da meine Gegnerin nur noch wenige Minuten auf der Uhr hatte, sah sie keinen Sinn hier weiterzuspielen und gab auf. Auch mein Team gewann souverän mit 4,5:1,5. Am Sonntag saß uns die Mannschaft aus Hemer gegenüber. Eine ihrer Spielerinnen fiel kurzfristig aus, sodass Anna Zatonskih einen kampflosen Punkt einfahren konnte. Der Rest des Matches war hart umkämpft und ich kam in meiner Partie trotz frühem leichten Vorteil nicht über ein Remis hinaus. Tatsächlich lehnte ich in ausgeglichener, aber etwas unangenehmer Stellung für mich Remis ab und wurde fast dafür bestraft. Eine gute Lektion vor der Europameisterschaft gegen keine Gegnerin zu überziehen! Wenn die Gegner nicht genug Fehler machen, kann man eben nicht gewinnen. Da helfen einem auch 300 Elopunkte mehr nicht :-) Das Wochenende war insgesamt sehr spannend und falls euch auch die anderen Matches interessieren, schaut gerne bei Youtube vorbei. Ich habe da die Partie Hanna Marie Klek gegen Inna Gaponenko vorgestellt.

EM-Vorbereitung Woche 4 von 4


Starten wir mit den positiven Aspekten dieser Vorbereitungswoche: Ich habe meinen Sportplan durchgezogen und fühle mich tatsächlich körperlich sehr gut auf die Europameisterschaft vorbereitet. Ich weiß nicht, wie groß der Einfluss körperlicher Fitness auf die schachlichen Ergebnisse ist, aber ich schlafe gut, habe weniger Rückenschmerzen und habe insgesamt mehr Energie als noch vor einem Monat. Das schadet sicher nicht und ich kann nur jedem empfehlen Bewegung in den Alltag zu integrieren - das ist es wert(nicht nur schachlich)!! Nun zu den Dingen, die nicht so gut liefen. Eröffnungstechnisch kam ich zunächst gut voran, mein Repertoire nach 1.e4 e5 habe ich wiederholt und in Vorbereitung auf die Frauenbundesliga habe ich viele Sizilianischvarianten angeschaut. Auch mein Endspielstudium lief zunächst gut, ich habe mich mit Turmendspielen und dem Endspiel Turm+Läufer gegen Turm beschäftigt. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei Thorsten Cmiel und Kevin Högy bedanken, die offenbar fleißig meinen Blog lesen und mir Materialien zur Verfügung gestellt haben. Vielen Dank! Für Mittwoch und Donnerstag waren nur noch Bauernendspiele und einige Sizilianischvarianten eingeplant, doch dann machte mir das Leben einen Strich durch die Rechnung. Am Nachmittag informiert mich Fiona Sieber, dass am Freitag in Stuttgart gestreikt wird und den ganzen Tag keine Flüge starten und landen werden. Wie sollten wir denn so kurzfristig eine Alternative finden?! So haben wir am Abend stundenlang nach Optionen gesucht, wie wir doch noch pünktlich zur ersten Partie nach Petrovac kommen können und um 23 Uhr hatte Hanna Marie Klek eine geniale Idee! Wir könnten doch den Nachtzug nach Ljubljana nehmen und von dort den Flieger nach Podgorica. Dann wären wir Freitag Abend in Petrovac und hätten genug Zeit uns vor der ersten Runde zu akklimatisieren. So buchten wir schnell alle Tickets und nicht einmal 24h später stiegen wir in Stuttgart in den Nachtzug. Wenn ihr mehr über diese Reise erfahren wollt, dann schaut auch nach der EM wieder hier vorbei, da gibt es dann alle Details! Bis dahin könnt ihr vom 18.03.-29.03. jeden Tag(außer dem 24.03.) ab 15 Uhr unsere Partien verfolgen, bitte drückt die Daumen! Das Ziel sind 7,5 Punkte aus 11 Partien (ja es ist ambitioniert, aber mit weniger Punkten ist die Weltcup-Quali unmöglich).



Bis zum nächsten Mal mit hoffentlich guten Neuigkeiten, Josefine

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